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Gustav Schwab


Gustav Schwab (1792-1850), der 1837 das Pfarramt Gomaringen bei Tübingen übernommen hatte und am 26. Oktober ins Gomaringer Pfarrhaus, einem alten Schloss, eingezogen war (heute ein hübsches Gustav-Schwab-Museum von Marbach!), sehnt sich in die Geburtsstadt Stuttgart zurück und bewirbt sich mit Erfolg um die Stelle des Stadtpfarrers und Amtsdekans an der Leonhardskirche. Am 29. Juli zog die Familie in Stuttgart ein.
Gustav Schwab war Schriftsteller, Pädagoge und Pfarrer, gehörte als Freund von Ludwig Uhland und Justinus Kerner zum schwäbischen Dichterkreis und ist bis heute weithin bekannt als Verfasser und Bearbeiter der ´Schönsten Sagen des klassischen Altertums´ und der ´Deutschen Volksbücher´. Sein Haus in Stuttgart war Mittelpunkt des literarischen Lebens seiner Zeit.


Gustav Schwab
 

Gustav Schwab
 

Gustav Schwab (2)


Seine Verwaltungsaufgaben als Dekan und seine Predigtvorbereitungen nahmen den größten Teil seiner Schaffenszeit in Anspruch. Sein Schüler und Schwiegersohn Karl Klüpfel berichtet in seiner Biographie über Schwab von 1858, der Schwiegervater habe für das wörtliche Auswendiglernen der Predigt bei seinem enormen Gedächtnis immerhin neun Stunden gebraucht. ´Er sann deshalb auf einen kürzern Weg und kam darauf, aus der fertig geschriebenen Predigt einen streng disponirten,
vier eng geschriebene Seiten langen Auszug zu machen, in welchem die Wichtigkeit der
verschiedenen Momente durch einfache oder mehrfache Unterstreichung bald in schwarzer, bald in rother Tinte angedeutet war. So ersparte er sich die Hälfte der Zeit und behielt den Vortrag dennoch beinahe wörtlich im Gedächtnis fest.´ Seine schriftstellerische Tätigkeit litt darunter.

Gustav Schwab (3)


Von den 53 Werken, die in der Bibliographie von Eva Dambacher (Marbacher Magazin 61/1992) verzeichnet sind, stammen nur zwei aus der Zeit von 1841 bis 1845, in der Schwab Pfarrer an der Leonhardskirche war, darunter ´Die deutsche Prosa von Mosheim bis auf unsere Tage. Eine Mustersammlung mit Rücksicht auf höhere Lehranstalten´.
Schon 1844 ließ Schwab sich von den Dekanatspflichten befreien, weil er in den kirchlichen Studienrat berufen wurde. Ein jahr später gibt er auch das Pfarramt an St. Leonhard auf und wird zum Oberkonsistorialrat und Oberstudienrat ernannt. Er leitet damit die württembergischen Gymnasien, Lyzeen und lateinischen Schulen.


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Schloss mit Schwab-Museum in Gomaringen
 

Gustav Schwab (4)


Gustav Schwab stirbt am 4. November 1850 und wird auf dem Stuttgarter Hoppenlaufriedhof beerdigt. ´Die Rede am Grab hielt Stadtdekan Mehl, Oberhofprediger Grüneisen fügte im Namen der Freunde und Collegen einen Nachruf hinzu´, in dem er Schwab als Lehrer der antiken Welt rühmt, der sich zugleich als Förderer der zeitgenössischen Literatur ausgezeichnet habe; auch an den Politiker und Prediger der Stuttgarter Leonhardskirche erinnert Grüneisen. (Der Stuttgarter Hoppenlaufriedhof als literarisches Denkmal. Marbacher Magazin 59/1991)
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Texte in der Gutenberg-Bibliothek
Schwab-Museum Gomaringen