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Ludwig Hofacker und die Leonhardskirche


* 15.04. 1798 in Wildbad (Schwarzwald)
† 18.11. 1828 in Rielingshausen bei
Marbach am Neckar


Im August 1820, am Ende seines Theologie-
studiums, verliert der 22-jährige Ludwig Hof-
acker in Tübingen plötzlich das Bewusstsein
und stürzt. "Sonnenstich" - sagen die Ärzte,
aber es ist der erste Paukenschlag eines so-
genannten Nervenfiebers. Hofacker wird nach
Stuttgart gebracht, wo sein Vater seit 8 Jahren
(seit 1812) erster Pfarrer zu St. Leonhard und
Amtsdekan ist. Im März 1823 wird Hofacker sei-
nem Vater auf dessen Bitte hin als Vikar beige-
geben.


Ludwig Hofacker
 

Ludwig Hofacker
 

Ludwig Hofacker und die Leonhardskirche (2)


Ludwig Hofacker berichtet: "Da er meisten-
teils krank war, musste ich fast jeden
Sonntag in der St. Leonhardskirche in
Stuttgart predigen, was oft unter großer
körperlicher Schwachheit geschah. Dies
ging fast zwei Jahre so fort."
Der Vater stirbt im Dezember 1824.
Christian Dann wird wieder Stadtpfarrer,
aber er, der selbst als wortgewaltiger
Prediger bekannt ist, überlässt dem
jungen Hilfspfarrer Hofacker die Kanzel
am Sonntagvormittag.

Ludwig Hofacker und die Leonhardskirche (3)


Hofackers Rednergabe muss so faszinierend
gewesen sein, dass der Kirchenraum vor Zu-
hörern platzte; die Kirchentüren mussten
offen bleiben, damit die Außenstehenden
auch etwas mitbekamen. Vier Stunden Fuß-
marsch waren keine Seltenheit, um Hofacker
predigen zu hören; und wenn man sah, dass
sich Hofacker in einem Leichenzug befand,
ließ man alles stehen und liegen und ging
mit, um seine Beerdigungspredigt zu hören.
Ludwig Hofacker erkrankte allerdings schon
im Februar 1825 wieder so sehr, dass er
nicht mehr in Stuttgart predigen konnte.
So war er knapp zwei Jahre lang an der
Leonhardskirche tätig gewesen. Kurz vor
seiner erneuten Krankheit (18. Januar
1825) hatte er geschrieben:


Ludwig Hofacker
 

Wilhelm Friedrich Immanuel Hofacker
 

Ludwig Hofacker und die Leonhardskirche (4)


"Nach allem, nach meinen äußeren und inneren
Verhältnissen zu schließen, wird meines
Bleibens hier nicht mehr allzu lange sein.
Es erhellt dieses auch aus meiner Predigt-
weise, die wegen ihres erwecklichen Buß-
charakters wohl nicht über zwei Jahre an
einen Ort passt; denn auch das schärfste
Anfassen werden die Leute nach und nach
gewohnt und verderben sich zuletzt damit
den Appetit, so dass sie endlich lauter
Gewürz essen wollen." 1826 erhält er die
Pfarrstelle in Rielingshausen, aber die
Krankheit zehrt weiter an ihm. Nach dem
Tod der Mutter am Himmelfahrtsfest 1827
vertritt ihn der jüngere Bruder Wilhelm
im Pfarrdienst und sorgt auch für seine
pflegerische Versorgung. Wilhelm wird später
auch Pfarrer an St. Leonhard: von 1835-1848.

Ludwig Hofacker und die Leonhardskirche (5)


Ludwig Hofacker stirbt am 18. November
1928. Der berühmte Albert Knapp
dichtete 15 Strophen zum Andenken an
Ludwig Hofacker. Darunter sind die beiden
folgenden:


Zeugt es, die ihr ihn gehöret,
Ihr Väter, die er einst gelehret,
Ihr Mütter, die Ihr ihn beweint!
Zeugt, Ihr Töchter und Ihr Söhne,
Die er durch seine mächt´gen Töne
Erweckt und um das Kreuz vereint.
Ich weiß, Ihr zeuget gern:
Der war ein Licht vom Herrn,
schön und herrlich, Und dennoch klein,
Weil er allein vom Herrn erborgte seinen Schein.


Albert Knapp
 
 

Ludwig Hofacker und die Leonhardskirche (6)


Also wußt´ er, wem er lebte,
Wonach er zielte, rang und strebte,
Was war es? - Neue Kreatur!
Den erkennen, suchen, lieben,
Der von Barmherzigkeit getrieben.
Aus Gottes Himmeln niederfuhr,
Der sich zum Bürgen bot,
der unsern Fluch und Tod sterbend wegnahm;
Das lehrt´ er sich, das lehrt´ er Dich,
Ja, lieben lehrt´ er Dich und mich.